50. Europeade in Gotha vom 17. - 22. Juli 2013

Dieses Jahr wurde die EUROPEADE von den Mitgliedern der Riesengebirgs-Trachtengruppe München mit besonderer Spannung erwartet. Nicht ohne Stolz schaut man doch auf 50 Jahre zurück, in denen die Gruppe kein einziges Mal gefehlt hat. Schon bei der ersten Veranstaltung im Jahre 1964 stellten die Riesengebirgler in Antwerpen, sozusagen als Gründungsmitglieder, neben anderen Schlesiern eine starke Abordnung. So zogen wir uns die für dieses Jahr extra entworfenen und bedruckten Jubiläums-T-Shirts an und reisten bei bestem Wetter und noch besserer Stimmung am 17. Juli zusammen mit unseren Freunden vom Brauchtumsverein Lechler, sowie den Rübezahls Zwergen nach Gotha, wo wir herzlichst empfangen wurden. Unser Quartier lag sehr nah am Zentrum und somit vom Puls des Geschehens nur wenige Gehminuten entfernt. Dort stießen dann noch Karl Biedermann und Christiane Webert aus Herzogenaurach, sowie Margit Bergmann aus Forchheim zu uns, die in diesem Jahr die RTG unterstützten. In gewohnter Weise besuchten wir alle angebotenen Veranstaltungen. Am Mittwoch erwartete uns ein bunter Abend, in dem sich die Thüringer als Gastgeber mit den unterschiedlichsten Musik- und Tanzgruppen ihres Landes vorstellten.

Bei einem feierlichen Empfang im Schloss Friedenstein überreichte uns unser Freund und internationaler Präsident Armand de Winter ein schönes blaues Fahnenband, das uns für die Teilnahme an allen fünfzig Europeaden ehrt.

Aber schon am Donnerstag griffen die Riesengebirgler ins aktive Geschehen ein. Zusammen mit anderen Gruppen der Arbeitsgemeinschaft Schlesischer Trachtengruppen absolvierten wir zwei halbstündige Auftritte auf der Bühne des Hauptmarktes und auf dem Unteren Markt, unmittelbar vor dem Eingang des prächtigen, historischen Gothaer Rathauses.

Auch am Abend des Donnerstages im Volksparkstadion wirkten wir in einer Choreographie mit. Zur offiziellen Eröffnung der Europeade stellten Mitglieder verschiedener Gründergruppen ein Puzzlebild mit unserem Europeadesymbol zusammen.

Der Freitag stand unter dem Motto „Musik“. Den ganzen Tag belebten Kapellen, Musikgruppen und Chöre die Bühnen und Veranstaltungsflächen in der Stadt. Mittags trugen wir auf dem Neumarkt mit einem fünfzehnminütigem Glockenspielprogramm zur Unterhaltung bei. In der Abendveranstaltung auf dem Hauptmarkt sangen RTGler wiederum mit den Gruppen der ARGE muntere Volkslieder, wobei der Vortrag des Rennsteigliedes besonders gut bei der Bevölkerung ankam. Ist das doch sozusagen die „Thüringer Nationalhymne“. Aber wenige Programmnummern später erntete unsere Jungend den tosendsten Applaus des Abends. War noch bei anderen Beiträgen ständig Bewegung auf dem Platz, stand das Publikum still und lauschte dem Vortrag von Magdalena, Veronika und Markus, die mit dem Glockenspiel eine hervorragende Vorstellung gaben. Nach der „Europahymne“ und der „Ode an die Freude“ schloss sich das Lied „Kehr ich einst zur Heimat wieder“ an. Nach der eigenen, besonderen Variante des „Einsamen Glöckchens“ war das Publikum restlos begeistert.

Am Samstag bei der Europaparade säumten tausende von Zuschauern den Zugweg, die uns reichlich mit Applaus bedachten, da wir unterwegs einige Tanzeinlagen machten und auch sangen. Ein Gothaer Bürger, wohl ein Schlesier, rief uns hier noch das Lob zu, „dass er das Schlesierlied noch nie so schön gehört hätte, wie am gestrigen Chorabend.“ So etwas erfüllt uns natürlich mit Stolz. Mit dem Titel „Europa tanzt um den Rathausturm“ erreichte die Stimmung zum wiederholten Mal einen Höhepunkt. Eine wogende Menge von mehreren tausend Leuten in der Mischung aus Bevölkerung und Teilnehmern aus ganz Europa tanzte, unterhielt sich prächtig und pflegte alte und neue Freundschaften.

Martin Werner wirkte bei den Fürbitten am sonntäglichen Gottesdienst mit, die vielsprachig vorgetragen wurden. Der Geistliche stellte die friedliche und freundschaftliche Pflege eines gemeinsamen Europas durch die Trachtenträger besonders heraus. Als unmittelbarer Nachbar unserer Unterkunft hatte er direkte Eindrücke über die Zusammenkunft von Jung und Alt aus allen Regionen Europas gewinnen können.

Bei der großen Schlussveranstaltung, die wiederum im Gothaer Volksparkstadion stattfand, zeigten nochmals alle Gruppen der ARGE die schlesischen Trachten und das Brauchtum durch die Vorführung eines gemeinsamen Tanzes auf vier Podien in insgesamt acht Kreisen.

Die Tage der 50. Europeade wurden durchgehend von einem glücklichen Gefühl und viel Begeisterung begleitet, so dass man sich schließlich beim Auseinandergehen mit herzlichen Umarmungen und wie selbstverständlich mit den Worten „Auf Wiedersehen 2014 in Kielce zur 51. Europeade“ verabschiedete.

Dank sei hier an dieser Stelle all unseren Mitwirkenden, die immer wieder ihr persönliches Engagement und viel Zeit für „die Sache“ einbringen. Wer einmal dabei war, weiß wovon wir sprechen. Allen anderen hoffe ich mit unseren Berichten, unseren Einsatz für Schlesien und den europäischen Gedanken ein wenig näher bringen zu können.

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