Sommersingen am Sonntag Lätare

 

Drei Wochen vor Ostern, am Sonntag Lätare, war wieder Zeit für die Trachtler der Riesengebirgs-Trachtengruppe München, den Sommer anzusingen. Schon frühmorgens machten wir uns auf den Weg, um pünktlich um 09.00 Uhr unserem Ehrenmitglied Staatministerin a.D. Christa Stewens und ihrer Familie das erste Ständchen darzubringen. Die Sonne lugte schon über die Hausdächer, aber es war noch ganz schön frisch. Doch wie immer waren alle mit Freude dabei und mit ein paar Tänzchen vor dem Anwesen der Stewens wurde es uns dann schon warm. Anschließend ließen wir die traditionellen Sommersinglieder und natürlich auch das eine oder andere Frühlingslied im Seniorenwohnheim Vaterstetten erklingen, wo es inzwischen lieber Brauch geworden ist, die Bewohner auf der Station 3/4 zu erfreuen. Der nächste Besuch galt dem Münchner Förderzentrum in Freimann, wo wir bereits von einer großen Zahl der Bewohner freudig erwartet wurden. Nach einer halben Stunde Programm drängte aber bereits die Zeit, denn zahlreiche Münchner Schlesier erwarteten uns auf dem Marienplatz, wo wir den alten Brauch des Sommersingens in gewohnter Weise unmittelbar nach dem Glockenspiel um 12.00 Uhr präsentierten. Hier wurden wir in Vertretung von Oberbürgermeister Dieter Reiter durch den Trachten- und Wiesnstadtrat Otto Seidl im Namen der Landeshauptstadt offiziell begrüßt. Er hatte unseren Sängern, Tänzern und Musikanten leckere Süßigkeiten mitgebracht. Dem üblichen Spottvers „Hühnermist und Taubenmist, ei dam Hause kriegt ma nischt, ies das nich ne Schande, ei dam ganzen Lande“, der gerufen wurde, wenn die Sänger leer ausgehen, wollte er sicher entgehen. Wir freuten uns am Marienplatz auch über die Grußworte des Vorsitzenden des Schlesiervereins München, Dr. Gotthard Schneider, und über den Besuch des Vorsitzenden des BdV in Bayern, unseren Freund Christian Knauer. Auch Helmut Riedel, der Ehrenvorsitzende der Landsmannschaft Schlesien in Bayern, war anwesend und wollte sich das Sommersingen der RTGler nicht entgehen lassen. Schön, dass wir uns immer wieder auf dem Marienplatz zeigen, und somit auch das  internationale Publikum, das sich üblicher Weise beim Glockenspiel vor dem Rathaus einfindet, mit dem schlesischen Brauchtum bekannt machen können.

Nun konnten wir uns beim Mittagessen im Seniorenheim Vincentinum in der Oettingenstraße kurz ausruhen. Nach der Stärkung unterhielten wir wiederum die Bewohner im Hof des Hauses bei prächtigem Sonnenschein und zwischenzeitlich wohligen Temperaturen mit unseren Liedern und Tänzen. Wie bei den anderen Auftritten fand natürlich auch hier wieder das Glockenspiel von Veronika, Markus und Uli besonderen Anklang. Kein Brauch des Sommersingens, aber bei den Zuschauern im Rahmen unserer Darbietungen immer sehr beliebt.

Die letzte Station am Sonntag Lätare war schließlich ein Besuch beim Café der Konditorei Kreutzkamm in der Maxburg. Die Gäste auf der Terrasse im sonnigen Innenhof freuten sich sehr über die Überraschung und fragten interessiert nach dem Hintergrund des Brauchs und der Herkunft unserer schönen Trachten.

An allen Orten, die wir besuchten, war das Interesse und die Freude der Menschen an unseren Darbietungen deutlich zu spüren. Das machte uns stolz und wir kehrten zufrieden mit dem festen Vorsatz nach Hause zurück, das Brauchtum hochzuhalten und weiter zu pflegen.

Uli Moll